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Häufig gestellte Fragen zum IVZ

1. Was ist das IVZ?
2. Wie groß ist das IVZ?
3. Welche Rechtsform hat das IVZ?
4. Kann man aus dem IVZ wieder austreten?
5. Was kostet die Dienstleistung des IVZ?
6. Was sind die Organe des IVZ?
7. Wie kann das IVZ für nicht an der Kooperation beteiligte Rundfunkanstalten arbeiten?
8. Welche Arbeitsverträge hat das IVZ?
9. Welche Informationsquellen und Kontrollmöglichkeiten hat eine Rundfunkanstalt?
10. Wie wird der Jahresabschluss erstellt und bis wann?

11. Muss das IVZ nach EU Richtlinien einkaufen?
12. Kann das IVZ auch AÜG-Kräfte beschäftigen?
13. Kann das IVZ IT-Kräfte auf Honorarbasis beschäftigen?
14. Gibt es eine Mitgliedschaft auf Probe?
15. Ist jede öffentlich rechtliche Rundfunkanstalt willkommen?
16. Ist die Vergabe von Aufträgen an das IVZ aus EU-Vergabesicht ein Inhouse-Geschäft?
17. Wie ist es mit der Vertraulichkeit meiner rundfunkspezifischen Daten bei der IVZ-Kooperation?
18. Kostet der Eintritt in das IVZ etwas?
19. Wem gehört das Anlagevermögen des IVZ?
20. Was sind die Stärken des IVZ?

21. Was sind die Schwächen des IVZ?
22. Welche Entwicklung ist für das IVZ in der Zukunft zu erwarten?
23. Bildet das IVZ selber aus?
24. Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Rundfunkanstalten?
25. Wie häufig wird die allgemeine Ausrichtung des IVZ überprüft?



Antworten

1. Was ist das IVZ?

Das IVZ ist eine IT-Selbsthilfeeinrichtung für öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten. Ziel ist es, durch die gemeinsame Bearbeitung von Themen Einsparungen zu erzielen.

2. Wie groß ist das IVZ?

Das IVZ hat in Summe ca. 80 Planstellen (Stand 01/2011) an vier Standorten: Berlin, Hamburg, Leipzig und Köln. In 2011 ist ein Umsatz von 14 Millionen Euro geplant.

3. Welche Rechtsform hat das IVZ?

Das IVZ ist wie die GEZ eine nicht rechtsfähige Gemeinschaftseinrichtung öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten.

4. Kann man aus dem IVZ wieder austreten?

Im Prinzip ja. Die im Rahmen des Beitritts der DW zum 01.01.2009 neu erstellte Verwaltungsvereinbarung regelt auch den Fall eines Austrittes. Trotzdem wäre der Austritt deutlich schwieriger als der Eintritt in die Kooperation.

5. Was kostet die Dienstleistung des IVZ?

Das IVZ arbeitet als Cost-Center. Auf Basis von jährlich ermittelten Verrechnungssätzen werden Produkt- und Dienstleistungssätze ermittelt.

6. Was sind die Organe des IVZ?

Das IVZ hat drei wichtige Organe: Der Geschäftsführer (Exekutive), Lenkungsausschuss (Legislative), Verwaltungsrat (Judikative).

Der aus den IT-Leitern der Rundfunkanstalten besetzte Lenkungsausschuss tagt nach Bedarf. Wesentliche Aufgaben sind die Erstellung der IT-Strategie, der Personalplanung und des Wirtschaftsplanes. Die Mitglieder des Lenkungsausschuss sind auch bei Problemen zwischen IVZ und ihrer Anstalt als Mediator gefragt. Alle Vorlagen an den Verwaltungsrat durchlaufen zuvor den Lenkungsausschuss.

Der Verwaltungsrat ist aus Direktoren der Rundfunkanstalten besetzt. Der Verwaltungsrat prüft und bestätigt den Wirtschaftsplan, die IT-Strategie und die Personalplanung.

Der IVZ-Geschäftsführer ist im Rahmen des IVZ-Wirtschaftsplanes voll handlungsfähig. Dabei hat er die Verfahrensrichtlinien des rbb zu beachten, sofern diese nicht der Verwaltungsvereinbarung widersprechen.

7. Wie kann das IVZ für nicht an der Kooperation beteiligte Rundfunkanstalten arbeiten?

Es ist das festgelegte Ziel des IVZ, die Zusammenarbeit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zu fördern. Alle Rundfunkanstalten sind eingeladen, der Kooperation beizutreten. Sollte dies zunächst nicht für die Rundfunkanstalt sinnvoll sein, so kann diese als "Kunde" die Leistungen der IVZ-Kooperation nutzen.
Dies ist allerdings begrenzt auf Leistungen, welche die Synergie für die IVZ-Kooperationspartner erhöht. Diese Leistungen werden kostendeckend verrechnet. Es werden keine neuen Aufgabengebiete und auch kein Personal für Kunden aufgebaut. Der Umfang der Leistungen für nicht an der Kooperation beteiligte Anstalten ist in Summe auf maximal 10% des IVZ-Umsatzes begrenzt.

8. Welche Arbeitsverträge hat das IVZ?

Unabhängig vom Arbeitsort haben alle Mitarbeiter einen Arbeitsvertrag des rbb. Es gelten alle üblichen Regelungen einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt, insbesondere der hohe Kündigungsschutz.
Aus diesem Grund baut das IVZ nur Personal auf, sofern eine sehr langfristige Auslastung sicher nachgewiesen werden kann. Der Arbeitsort neu eingestellter Mitarbeiter richtet sich nach dem Schwerpunkt der Tätigkeiten, um Reisezeiten zu reduzieren. Es gilt Reisezeit ist Arbeitszeit.
Im Falle einer sozialen Härte kann vorübergehend ein Telearbeitsplatz eingerichtet werden.

9. Welche Informationsquellen und Kontrollmöglichkeiten hat eine Rundfunkanstalt?

Es wird monatlich ein Bericht erstellt. Dieser erhält eine Statistik über die Nutzung der Ressourcen des IVZ. Es wird anonymisiert die Leistungen der Anwendungsentwicklung und SAP-Basis nach Tätigkeitsbereichen und Rundfunkanstalten ausgewiesen.
Jedes Mitglied des Lenkungsausschusses hat in seiner Funktion uneingeschränktes Auskunftsrecht, sofern das Personalvertretungsgesetz oder der Datenschutz dies nicht einschränken.
Im Rahmen von neuen Projekten können zusätzliche Berichtswege festgelegt werden. Die dazu notwendigen Aufwände müssen vom Projekt getragen werden.

10. Wie wird der Jahresabschluss erstellt und bis wann?

Das IVZ nutzt die vom rbb beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Nach Erstellung des Prüfberichtes muss dieser innerhalb von 2 Monaten vom Verwaltungsrat bestätigt werden.

11. Muss das IVZ nach EU Richtlinien einkaufen?

Ja.

12. Kann das IVZ auch AÜG-Kräfte beschäftigen?

Ja.

13. Kann das IVZ IT-Kräfte auf Honorarbasis beschäftigen?

Nein.

14. Gibt es eine Mitgliedschaft auf Probe?

Nein. Allerdings können interessierte Rundfunkanstalten bei den Gremiensitzungen hospitieren. Derzeit sind bereits die DW, Deutschlandradio, MDR, NDR, RB, rbb, SR und WDR Kooperationspartner.

15. Ist jede öffentlich rechtliche Rundfunkanstalt willkommen?

Ja.

16. Ist die Vergabe von Aufträgen an das IVZ aus EU-Vergabesicht ein Inhouse-Geschäft?

Für Kooperationspartner ist dies der Fall.

17. Wie ist es mit der Vertraulichkeit meiner rundfunkspezifischen Daten bei der IVZ-Kooperation?

Die Berichtspflicht der IVZ-Geschäftsführung an die Aufsichtsgremien bezieht sich auf alle für die Überwachung seiner Geschäftstätigkeit notwendigen Informationen. Die Gremien sind offiziell zur Vertraulichkeit verpflichtet. Individuelle Daten einer Anstalt unterliegen dem Datenschutz.

18. Kostet der Eintritt in das IVZ etwas?

Ja. Mit dem Beitritt müssen sich die Kooperationspartner am Anlagevermögen des IVZ beteiligen. Es ist jedoch möglich, Anlagevermögen in das IVZ einzubringen, welches gegengerechnet werden kann. Das Anlagevermögen liegt um 4 Millionen Euro.

19. Wem gehört das Anlagevermögen des IVZ?

Unabhängig von der verursachungsgerechten Kostenberechnung gehört jedes einzelne Anlagegut allen Kooperationspartnern entsprechend ihres Beteiligungsverhältnisses.

20. Was sind die Stärken des IVZ?

Das IVZ kann weitgehend unberührt von anstaltsindividuellen Herausforderungen die IT-Projekte durchführen. Die IVZ-Verwaltungsvereinbarung gibt dem IVZ dafür weitgehende Kompetenzen, sofern sich das IVZ im Rahmen des Wirtschaftsplanes bewegt. Dadurch erreicht das IVZ eine hohe Termintreue und eine hohe Planungssicherheit.
Es ist im Rahmen der IVZ-Kooperation möglich, Personal aufzubauen, um externe Kräfte dauerhaft abzulösen.

Als Alleinstellungsmerkmale dienen:

  • Die BSI-Zertifizierung des Rechenzentrums
  • Die SAP-Hosting Zertifizierung
  • der Mehrwertsteuervorteil bei Personaldienstleistungen
  • das Quasi-Monopol beim Betrieb der SAD-Anwendungen
  • Komplettlösung für digitale Archivbestände

21. Was sind die Schwächen des IVZ?

Das IVZ kann nur, was es zuvor zusammen von einer Rundfunkanstalt erlernt hat. Es hat keinen eigenen Forschungsetat. Diese erste Rundfunkanstalt zahlt ihre Kompetenz und ihre Zeit in die Kooperation ein. Nach dieser Anlaufunterstützung ist das IVZ aus eigener Kompetenz handlungsfähig.

22. Welche Entwicklung ist für das IVZ in der Zukunft zu erwarten?

Da es dem IVZ gelungen ist, innerhalb der IVZ-Kooperation die Berührungsängste in den Bereichen der Produktionsdirektionen weitgehend abzubauen, ist mit einem Wachstum von mindestens 5% pro Jahr zu rechnen.

23. Bildet das IVZ selber aus?

Nein. Allerdings unterstützt das IVZ den rbb bei der Ausbildung von IT-Systemelektronikern. Es besteht die Möglichkeit, allen IT-Auszubildenden der ARD eine zweijährige Anschlussbeschäftigung im IVZ anzubieten.

24. Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Rundfunkanstalten?

Neben regelmäßigen Sitzungen am Standort der Rundfunkanstalt wurden Verfahren der Zusammenarbeit festgelegt. Alle Aufträge des IVZ werden im System IVZRequest durch das IVZ oder die Rundfunkanstalt erfasst. Nur für Aufträge im IVZRequest erfolgt eine Steuerung durch das IVZ-Management. Abstimmungen und Termine können mittels IVZVote durchgeführt werden. Alle wichtigen Dokumente werden im Dokumenten-Managementsystem „Documentum“ abgelegt. Eine gemeinsame rundfunkanstaltsübergreifende Zusammenarbeit bei der Bearbeitung der Dokumente ist möglich.
Als Eskalationsstelle im Streitfall dient der Lenkungsausschuss. Hier wird praktisch immer eine Einigung erzielt. Eine Eskalation auf Direktionsebene ohne abgestimmten Verfahrensvorschlag des Lenkungsausschuss ist unüblich.

25. Wie häufig wird die allgemeine Ausrichtung des IVZ überprüft?

Die IT-Strategie wird alle vier Jahre komplett aktualisiert. Der nächste Zyklus steht 2014 an.

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